Bericht 1. Mai 2026 in München: 6000 für Arbeit, Brot und Frieden
Am 1. Mai 2026 waren wir in München zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse gemeinsam mit knapp 6.000 Kolleginnen und Kollegen aus Gewerkschaften und anderen Initiativen auf der Straße.
Wie im letztes Jahr formierte sich im Demonstrationszug breiter Widerstand gegen den Kriegskurs der Regierung im Gegensatz zu offiziellen DGB-Linie, der in seinem Aufruf das Milliarden-Aufrüstungsprogramm nicht erwähnt. Breite Teile der Demonstration sprachen sich vor Ort gegen die massive Aufrüstung aus. Ein großer Teil des Gewerkschaftsblocks bestand aus der Gewerkschaftsinitiative „Soziales rauf – Rüstung runter”. Auf der ganzen Demonstration sah man antimilitaristischer Schilder wie “Butter statt Kanonen”, “Mein Leben nicht für eure Kriege”.
Während die aktuelle Bundesregierung aus Union und SPD auf Kosten der Arbeiterklasse Milliarden in Aufrüstung stecken, sagen wir: Nein zur Kriegswirtschaft! Gerade die Arbeiter- und Friedensbewegung muss sich gegen jede Art von Lohnkürzungen und Sozialabbau stellen, indem sie Druck in den Betrieben organisieren!
Regierung droht mit Arbeitszeitverlängerung und Sozialabbau
Ein zentrales Thema der Reden waren dieses Jahr wieder die Pläne der Bundesregierung zur Erhöhung der Wochenarbeitszeit. Blackrock-Merz und sein Vize Klingbeil wollen die Arbeitszeit für uns Lohnabhängige verlängern und damit eine der wichtigsten Errungenschaft der Arbeiterbewegung zerstören, nämlich den 8-Stunden-Tag. Zukünftig soll eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit kommen. Die erste IGM-Vorsitzende Christiane Benners dazu:
„[…] heute vor 70 Jahren, haben wir mit den Plakaten samstags gehört Fati für den 8 Stundentag, für die 5 Tage Woche gekämpft. Und das werden wir uns nicht einfach nehmen lassen, Kolleginnen und Kollegen.“
Für Frieden und Völkerverständigung
Während die erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Brenner, auf der Bühne betonte: „Die Gewerkschaftsbewegung wird immer auf der Seite derjenigen stehen, die sich für Frieden und Völkerverständigung einsetzen“, blieb eine klare Ablehnung des Aufrüstungskurses der Bundesregierung aus. Im heute journal am Abend des 1. Mai sprach sich Brenner dafür aus, dass die IG Metall angesichts des massiven Arbeitsplatzabbaus von 140.000 Stellen in der Metall- und Elektro-Industrie im vergangenen Jahr noch stärker in die Rüstungsindustrie reingehen solle.
Kriegstüchtig ohne uns! Nein zur Wehrpflicht!
Deutlicher Widerspruch gegen den Kriegskurs der Regierung kam vom Jugendvertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Leon Ramm. In seiner Rede warnte er:
Wir warnen vor Sozialkahlschlag und Hochrüstung, denn sie gefährdet die soziale Sicherung, sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Völkerfrieden!
Und weiter:
Das Geld das bei uns gespart wird, dieses Geld fließt in die Militarisierung und die Wehrpflicht. Als GEW Bayern haben wir vor zwei Monaten in unserem Leitantrag schon deutlich gemacht, dass wir diesen Kurs entschieden ablehnen. Die Regierung spricht davon international mitmischen und die deutsche Armee zur stärksten in Europa machen zu wollen und „kriegstüchtig“ (nicht „verteidigungstüchtig“!!) zu werden, in dem Kontext muss man auch die Wehrpflicht sehen. Wir warnen vor Sozialkahlschlag und Hochrüstung, denn sie gefährdet die soziale Sicherung, sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Völkerfrieden!
Ramm unterstrich die Haltung der DGB Jugend:
Wir als DGB Jugend stehen geschlossen hinter dem Völkerrecht und dem klaren Bekenntnis zu Diplomatie und Frieden.
1. Mai gegen Krieg, Aufrüstung und Sozialabbau!
Vorort haben wir eine Menge an Probeexemplare der Unsere Zeit (Zeitung der DKP) verteilt, und sind mit dem Transparent „Streikfähig statt kriegstüchtig! Sozialschlag und Arbeitszeitverlängerung bekämpfen!” aufgetreten. Die Stimmung der Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben war kämpferisch und friedensbewegt – das Ausklammern der Aufrüstungspolitik wurde von den Teilnehmern nicht mitgemacht. Der Ausdruck der Demo war deutlich gegen Sozialkahlschlag und Aufrüstung. Die Anzahl an Demonstranten übertraf wieder die aus dem Vorjahr – in unseren Augen ein Zeichen für wachsende Wut über die herrschenden Zustände, die von Krise, Krieg und Kapitalismus geprägt sind.
Fotos von der Demonstration:






Weitere Eindrücke:
Aufnahmen von Gerhard Hallermayer:
https://www.youtube.com/watch?v=GTX5o4tjeug
Aufruf zum 1. Mai der Deutschen Kommunistischen Partei:
