Antikriegstag 2025 in München
Kriege stoppen! Geld fürs Leben, nicht fürs Sterben!
Montag 1. September 2025
um 17 Uhr am Münchner Stachus
Die Website mit allen Infos: https://antikriegstag-muenchen.de
Der Aufruf des Bündnisses:
Ständig ist von „Kriegstüchtigkeit“ und „Verteidigungslücken“ die Rede, wenig von diplomatischen Wegen, um Kriege zu beenden und militärisch abzurüsten. Am 1. September jährt sich der Überfall der Hitler-Faschisten auf Polen. Seit Jahrzehnten wird dieser Tag als „Antikriegstag“ begangen. Mit einer Kundgebung und Demonstration wollen wir am diesjährigen Antikriegstag Politik und Regierung auffordern, das Friedensgebot des Grundgesetzes zu achten und sich für eine Welt ohne Kriege einzusetzen.
Bundeskanzler Merz möchte die Bundeswehr zur „konventionell stärksten Armee“ Europas ausbauen. Dazu soll fast der halbe Bundeshaushalt in Aufrüstung und den Ausbau militärisch wichtiger Infrastruktur investiert werden und nicht in dringend benötigte Zukunftsinvestitionen, zum Beispiel in unser Bildungs- oder Gesundheitssystem und den Klimaschutz.
Seit diesem Schuljahr müssen die Schulen mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr im Rahmen der politischen Bildung zusammenarbeiten. Die CSU-Staatsregierung will die Wehrpflicht wieder einführen, um mehr Soldatinnen und Soldaten für den Dienst an der Waffe zu finden. Jeder zehnte Rekrut ist mittlerweile jünger als 18 Jahre alt. Damit verstößt Deutschland gegen die unterzeichneten Regelungen zum Verbot von Kindersoldaten. Die Militarisierung im Rahmen der sogenannten „Zeitenwende“ umfasst in Bayern mittlerweile ein Verbot von Zivilklauseln an Universitäten zugunsten von Militärforschung. Bundesweit werden Werbeveranstaltungen und -materialien der Bundeswehr angeboten, auf denen auch Kleinkinder mit Kriegswaffen spielen.
Zeitgleich schlagen Regierungsmitglieder die Einschränkung demokratischer Grundrechte wie das Recht auf Streik vor. Erst kürzlich wurde die Ausweitung des Streikrechts auf Beamte abgelehnt. Im Zuge der Vorbereitungen für den kriegerischen „Ernstfall“ werden Arbeitsschutzrechte, z. B. zur Arbeitszeit, verschlechtert. Kliniken werden auf die Versorgung von Kriegsversehrten vorbereitet, während für die Gesundheitsversorgung der Zivilbevölkerung schon lange ausreichende Mittel fehlen. Kritik an der aktuellen Kriegspolitik wird sanktioniert: Palästina-solidarische Studierende aus Berlin sollten abgeschoben werden. Deutschen mit zwei Staatsangehörigkeiten wird sogar mit dem Entzug des deutschen Passes und der Staatsbürgerschaft gedroht. Geld für polizeiliche Grenzkontrollen gegen Asyl-Suchende ist da, nicht aber für humanitäre Seenotrettung. Statt die grassierende Kinderarmut zu bekämpfen, wird die Grundsicherung gekürzt.
Die Bundesregierung treibt den Aufbau einer großen Waffenindustrie und einer Kriegswirtschaft voran, in dem alle gesellschaftlichen Bereiche dem Militär untergeordnet werden. Obwohl allein die europäischen NATO-Staaten ohne die USA im Vergleich zu Russland militärisch überlegen sind. Obwohl sich unser Land mit dem Ende des zweiten Weltkriegs für ein Leben in Frieden und Völkerfreundschaft verpflichtet hat, wird heute wieder vom Feind im Osten gewarnt und von „Kanonen statt Butter“ und „Kriegsfähigkeit“ gesprochen.
Doch um die Menschheitsprobleme wie Armut, Hunger, Klima zu lösen und Menschenrechte durchzusetzen braucht es internationale Kooperation statt Feindbilder und Abschottung. Ein Ende der Kriege ist nur mit diplomatischen Verhandlungen zu erreichen. Und ein drohender großer Krieg nur mit Sicherheitsabkommen statt mit Militarisierung und Wettrüsten. Die Bundesregierung steht in einer besonderen Verantwortung, damit von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgeht. Wir fordern von ihr, gemäß dem Sozialstaats- und Friedensgebot des Grundgesetzes zu handeln – statt völkerrechtswidrige Angriffe, wie auf den Iran, auch noch zu rechtfertigen.
Wir fordern deshalb:
- Verhandeln statt Schießen!
- Soziales rauf! Rüstung runter!
- Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
Deshalb: Heraus zum Antikriegstag am 1. September!
Montag, 1. September ab 17 Uhr am Karlsplatz/Stachus
Der Antikriegstag 2025 wird veranstaltet vom gewerkschaftlichen Aktiventreffen „Soziales rauf, Rüstung runter“ und vom Münchner Friedensbündnis.
Unterstützt wird die Aktion durch die GEW München und die junge NGG München. Zur Teilnahme rufen außerdem der Münchner Kreisverband von DIE LINKE und die DKP München auf.
Es wird Musik von Tamara Banez geben und Reden, u. a. von Jürgen Grässlin (DFG-VK-Sprecher), Heidi Meinzolt (Friedensbündnis, IFFF), Ingrid Greif (ver.di-Vertrauensfrau MünchenKlinik), Simon Ellmann (ver.di-Betriebsgruppe TUM), Martin Matscheko (Münchner Gewerkschaftslinke, VKG) und internationale Grußworte.
Die Demonstration führt ab ca. 18:15 Uhr vom Stachus zum EineWeltHaus (Schwanthalerstr. 80). Dort lädt der DGB München ab 19 Uhr zur Saal-Veranstaltung mit Jürgen Grässlin ein. Der Gewerkschafter und Friedensaktivist referiert zum Thema „Für eine Zeitenwende zum Frieden – Mit Mut gegen Hochrüstung und Umweltzerstörung“. Weitere Informationen bei ver.di München.
Bündniskonsens:
Die Versammlungsleitung arbeitet auf antifaschistischer Grundlage und wendet sich entschieden gegen nationalistische, militaristische, völkische, rassistische, homophobe, antisemitische oder rechtspopulistisch-islamophobe Inhalte. Personen und Organisationen, die oben genannte Inhalte vertreten oder mit solchem Gruppen regelmäßig und organisiert zusammenarbeiten, sind nicht erwünscht. Der Kampf um Frieden und gegen Krieg und Aufrüstung ist seinem Wesen nach international. Darum weisen wir Tendenzen und Äußerungen im Sinne der hier genannten ideologischen Richtungen schärfstens zurück und schließen Menschen und Organisationen, die oben genannte Inhalte in Wort, Schrift und/oder Bild verbreiten, von unserer Versammlung aus. Außerdem bitten wir, bei unseren Versammlungen das Mitführen von Nationalstaatsflaggen zu unterlassen. Unsere Proteste werden von Menschen verschiedenster ethnischer Herkunft, Hautfarbe, weltanschaulicher, politischer, kultureller und sexueller Orientierung getragen. Niemand von ihnen darf diskriminiert werden.
